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Finnen «fallen von den Bäumen in die Hochtechnologie»
Geilenkirchen. Als siebte Nation stellt sich in diesem Jahr Finnland im Rahmen der Länder-Präsentationen in Geilenkirchen vor. Kulturamtsleiter Karl-Heinz Nießen und Professor Dr. Gerd Wassenberg, Vorsitzender der Europa-Union, Stadtverband Geilenkirchen, präsentierten im Beisein von Nießens Amtsnachfolgerin, Ingrid Oeben, sowie dem Vorsitzenden des Kulturarbeitskreises, Hermann Frings, und dem Sonderbeauftragten für Länderpräsentationen der Europa-Union, Willi Welfens, das aus 15 Veranstaltungen bestehende Programm. «Es ist erstaunlich, welche Bedeutung dieses flächenmäßig sechstgrößte Land innerhalb der Europäischen Union hat», so Nießen über den nordischen Staat, der durch die Länder-Aktion «transparenter» gemacht werden soll. In Finnland spiele die Natur eine besondere Rolle, meinte der Kulturamtsleiter und nannte ein paar eindrucksvolle Zahlen: «Dort leben 5,2 Millionen Menschen, davon 551 000 in der Hauptstadt Helsinki. Die Bevölkerungsdichte beträgt nur 17 Einwohner pro Quadratkilometer. Finnland hat eine Fläche von 338 000 Quadratkilometern und besteht zu rund acht Zehntel aus Wald und einem Zwanzigstel aus Wasser. Es gibt 190 000 Seen und eine etwa gleich große Anzahl von Inseln.» Die finnische Natur aber spiegele sich nicht nur im Wesen der Menschen, sondern auch in ihrer Kultur, wie beispielsweise in der Dichtung, Musik, Bildenden Kunst und Formgestaltung wider. Nießen nannte die Schwerpunkte der am 3. Mai mit der Auftaktveranstaltung im Haus Basten beginnenden Länder-Präsentation. Der Generalkonsul von Finnland in Düsseldorf, Detmar Grolman, hat die Schirmherrschaft über die gesamte Veranstaltungsreihe mit dem Slogan «Geilenkirchen blickt auf Europa: Finnland 2002» übernommen. Die Botschaft Finnlands, das Finnland-Institut, die Volkshochschule des Kreises Heinsberg und der Kulturarbeitskreis der Stadt Geilenkirchen leisten wertvolle Beiträge zur Länder-Präsentation, deren Finanzierung, dank der Unterstützung zahlreicher Sponsoren, gesichert werden konnte. Die Kosten für das Gesamtprogramm betragen immerhin 12 200 Euro. Zur Eröffnungsveranstaltung haben sich neben Generalkonsul Detmar Grolman und weiteren Ehrengästen rund 180 Teilnehmer angesagt. Der finnische Pianist Ville Enckelmann ist für den musikalischen Part verantwortlich. Als Hauptredner konnte der Leiter des Finnland-Instituts, Professor Dr. Hannes Saarinen, gewonnen werden. Im Rahmen der Auftaktveranstaltung wird eine Fotoausstellung mit dem Titel «Vorhistorische Felsmalerei in Finnland» eröffnet, die bis zum 26. Mai zu besichtigen ist. In zeitlichen Abständen folgen weitere Beiträge zur Länder-Präsentation, die unsere Zeitung im Vorfeld bekannt geben wird. «Finnland ist ein Musterland innerhalb der Europäischen Union», ergriff Professor Dr. Gerd Wassenberg das Wort. Der Kenner Finnlands mit Gast-Professur in dem nordischen Land geriet förmlich ins Schwärmen: «Es ist ein wirtschaftlicher Motor in der EU mit der höchsten Wachstumsrate und die Nation mit den meisten Mobiltelefonen pro Kopf». Ein geflügeltes Wort verdeutliche den Aufstieg Finnlands zur Industrienation: «Wir sind von den Bäumen in die Hochtechnologie gefallen». Das skandinavische Land sei Gateway zum östlichen Europa und Deutschland sein wichtigster Außenhandelspartner. Weit über 400 deutsche Firmen hätten sich dort angesiedelt - und 110 finnische Unternehmen seien in Deutschland tätig. Gerd Wassenberg: «Finnland hat es verdient, stärker in den Mittelpunkt gerückt zu werden.»
(gs), 01.05.2002 17:53 |