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Die Kirche von Kerimäki (Aus einem mehrsprachigen Faltblatt, das in der Kirche auslag)

Die große Kirche von Kerimäki ist angeblich die vierte oder fünfte Kirche der 1642 gegründeten evangelisch-lutherischen Gemeinde. Den Bauplan für die neue Kirche zeichnete der Architekt A. F. Granstedt. Die Bauarbeiten wurden am 25. September 1847 abgeschlossen und die Kirche wurde Pfingsten 1848, dem 11. Juni, eingeweiht.

Die Kirche von Kerimäki ist die größte christliche Holzkirche der Welt. Sie stellt gleichzeitig auch den größten Kirchenraum Finnlands dar: 45 Meter lang, 42 Meter breit und 27 Meter hoch. Die maximale Innenhöhe beträgt 37 Meter bis zum Firstkreuz. Insgesamt gibt es ca. 1670 Meter Kirchenbänke mit über 3000 Sitzplätzen. Es können sogar 5000 Menschen in der Kirche Platz finden.

Warum hat man die Kirche eigentlich so groß gebaut? Ein Messfehler ist keine Erklärung, da der ursprüngliche Bauplan noch im Archiv der Gemeinde erhalten ist. In den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts vertrat Pfarrer Fredrik Neovius die Ansicht, dass die Hälfte der Gemeindemitglieder zur gleichen Zeit die Möglichkeit haben sollte, das Wort Gottes hören. Als man über die Größe der Kirche entschied, hatte man auch an die Feier- und Marktage gedacht. Die hohen Feste gehörten zum alltäglichen Leben der Menschen und die Beteiligung am Gottesdienst war ein natürlicher Teil der Märkte. Die ursprüngliche Idee war, dass sämtliche Marktbesucher den Gottesdienst gleichzeitig besuchen könnten.

Der Baumeister Axel Magnus Tolpo leitete die Bauarbeiten der Kirche. Nach seinem plötzlichen Tod trat sein Sohn Theodor Tolpo an seine Stelle. Alle Gemeindemitglieder waren verpflichtet, an den Bauarbeiten teilzunehmen, jeder nach seiner Steuerklasse. Jeder Mann zwischen 15 und 60 Jahren musste mit Hand anlegen. Nach drei Jahren stand die Kirche schon fertig da.

Die Kirche von Kerimäki als Gebäude ist ein Wunder der damaligen Zeit. Sie ist ein Meisterstück der Zimmerarbeit, ein großer Würfel, mit ihren Bänken, Pfählen, Emporen, Verbindungsbalken, Rundbogen, Kuppeln und Dachlaternen. Von der Form her ist sie eine Doppelkreuzkirche.

Das Altarbild wurde 1890 von Aleksandra Sältin angefertigt. Die Orgel mit zwanzig Registern, die von der Orgelfabrik in Kangasala hergestellt ist, wurde 1894 in Betrieb genommen. Die Kirche kann nicht beheizt werden, wodurch sie lediglich als Sommerkirche dient, die für Gottesdienste, Trauungen, Feste, Konzerte und Touristen zur Verfügung steht. Am frühen Morgen des ersten Weihnachtstages versammelt sich die Gemeinde in der unbeheizten Kirche, die mit hunderten von Kerzen beleuchtet ist und eine warme Stimmung ausstrahlt. Jährlich wird die Kirche von Kerimäki von ca. 50 000 Menschen aus überall in der Welt besucht.

Neben der großen Kirche steht die kleine Winterkirche von 1953, wo die Gottesdienste in der kalten Winterzeit stattfinden.

Das Leitwort der Kirchengemeinde von Kerimäki ist im Altarbild abgebildet, das die Worte Jesu bezeichnet: "Kommt zu mir alle, die ihr müde und beladen seid, und ich will euch ausruhen lassen." Matt. 11:28

Die Unterhaltung der großen Kirche ist für die kleine Gemeinde sehr aufwendig und kostspielig. Wir würden uns sehr freuen, wenn auch Sie Ihren Beitrag zur Unterhaltung unseres Nationalschatzes leisten würden.

Anlässlich unseres Besuches dort gab es eine Überraschung: Beim Betreten der Kirche hörten wir wunderschönes Singen. Es stellte sich heraus, dass wir Mitglieder des Gesangssolisten-Ensembles der  Oper am Rhein getroffen hatten, die am nächsten Tag in der Festung Savonlinna mit dem Rosenkavalier gastierten. Interessierten seien sie hier vorgestellt:

Unter Verwendung der Quelle: http://www.deutsche-oper-am-rhein.de

Anna Gabler

Die aus München stammende Sopranistin Anna Gabler studierte an der dortigen Musikhochschule Gesang bei Prof. Rootering und in der Liedklasse von Prof. Deutsch. Meisterkurse bei Jurinac, Fischer-Dieskau, Blasi und Winkler ergänzten ihre Ausbildung. Noch während ihres Studiums erhielt Anna Gabler ein Engagement in das Junge Ensemble der Bayerischen Staatsoper. Hier wurde sie als "Lieblingsnachwuchssängerin des Münchner Opernpublikums" mit einem Förderpreis ausgezeichnet. Seit Beginn der Spielzeit 2001/02 ist Gabler Mitglied der DOR und wird u.a. als Gretel (Hänsel und Gretel) und Kurfürstin (Der Vogelhändler) zu hören sein.

 

Annette Seiltgen

Nach Engagements in Kassel und am Gärtnerplatztheater München wurde die Mezzosopranistin Annette Seiltgen 96/97 Mitglied der DOR. Zu ihren Partien gehören u.a. Cherubino ("Figaro"), Komponist ("Ariadne auf Naxos"), Octavian ("Rosenkavalier"), Ramiro ("La finta giardiniera") und Ruggiero ("Alcina"). 1999 debütierte sie mit Sextus ("La clemeza di Tito") am Teatro Real Madrid. Weitere Gastspiele führten sie u.a. nach Santiago di Chile und Nizza. Rundfunkaufnahmen mit dem BR und HR entstanden. 2002/03 folgen Produktionen an der Nederlandse Opera Amsterdam und im Concertgebouw Amsterdam. Annette Seiltgen arbeitet mit Dirigenten wie Maazel, de Waart, Märkl und Hähnchen zusammen

 

Marlis Petersen

Marlis Petersen studierte Gesang an der Musikhochschule Stuttgart bei Sylvia Geszty. 1993 wurde die Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe an die Städtischen Bühnen Nürnberg engagiert, in der Spielzeit 98/99 an die Rheinoper, wo sie u.a. als Zerbinetta ("Ariadne auf Naxos"), "Regimentstochter" und Norina ("Don Pasquale") zu hören ist. Gastspiele führen sie außerdem etwa als Lulu an das Staatstheater Kassel, als Oscar ("Un ballo in maschera") zu den Bregenzer Festspielen oder als Adele ("Die Fledermaus") an die Opéra Paris Bastille. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Rilling, Maazel, Ton Koopman, Michel Corboz und Tate zusammen.

 

 

Marcelo Puente

Der junge argentinische Tenor Marcelo Puente erhielt seine Ausbildung an den Konservatorien von Cordoba und Buenos Aires. Im August 2000 debütierte er als Spoletta (Tosca) unter der Leitung von Benoit Renard. Im April 2001 wurde er als Cover für Marcelo Alvarez für die Partie des Duca (Rigoletto) an Teatro del Libertador General San Martin engagiert. Seit der Spielzeit 2001/02 gehört Marcelo Puente dem Opernstudio der Rheinoper an

 

 

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