|
|
|
AZ Geilenkirchen Stadt & Land 6. Mai 2002 Rasante Entwicklung zum Hightech-Staat Geilenkirchen präsentiert Finnland: Auftaktveranstaltung mit Detmar Grolmann, Generalkonsul von Finnland Von Kirsten Ba rth
Geilenkirchen, Finnen und Deutsche sind von dieser Art der kulturellen Zusammenarbeit begeistert. In überaus herzlicher Atmosphäre gaben Bürgermeister Franz Beemelmanns und Detmar Grolmann, Generalkonsul von Finnland in Düsseldorf, bei der Auftaktveranstaltung im Haus Basten den Startschuss für insgesamt 15 Einzelveranstaltungen, die dieses geographisch am nordöstlichen Rand Europas gelegene Partnerland und seine kulturelle Vielfalt transparenter machen sollen. Grolman lobte in seiner Festansprache den Einsatz Geilenkirch ens für Europa. Referate, Farblichtbildervorträge, eine Studienreise, ein Finnland-Fo-rum, Kinderlesungen, Konzerte und verschiedene Ausstellungen erwarten die interessierten Besucher. Ein finnischer Abend am Freitag, 15. November, mit Musik und finnischer Folklore wird das Finnland-Jahr im Herbst beschließen. Seit 1995 ist Finnland Mitglied der Europäischen Union. Als einziges nordisches Land hat es im Januar 2002 zusammen mit den europäischen Partnerländern den Euro eingeführt. Schon dadurch dokumentieren die Finnen, denen nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweilig ihre Neutralitätshaltung im Ost-West-Konflikt vorgeworfen wurde, ihre Liebe und Zuneigung zu Europa. Prof. Dr. Hannes Saarinen, Leiter des Finnland-Institutes in Deutschland mit Sitz in Berlin, brachte dem interessierten Publikum in seinem Vortrag
Vorhistorische Felsmalereien Ausstellung in Haus Basten zeigt „schlichte Volkslieder" Geilenkirchen. „Vorhistorische Felsmalereien in Finnland": Im Rahmen der Eröffnungsfeier zur Veranstaltungsreihe „Geilenkirchen blickt auf Europa: 2002 Finnland" fand im Haus Basten zeitgleich die Vernissage dieser sehenswerten Ausstellung statt. Professor Dr. Hannes Saarinen, Leiter des Finnland-Institutes in Deutschland mit Sitz in Berlin, führte in die Ausstellung ein. Die Geschichte der Funde der finnischen Felsmalerei geht auf das Jahr 1911 zurück, als der Komponist Jean Sibelius die ersten Bilder am See Vitträsk in Südfinnland entdeckte. Seitdem folgten Funde in insgesamt 64 Orten, vornehmlich Ost- und Südostfinnland. Es ist anzunehmen, dass bis heute noch nicht alle in Finnland existierenden Bilder entdeckt wurden, sind doch ihre Fundstellen oft nur schwer auszumachen und die finanziellen Ressourcen zu ihrer weiteren Entdeckung gering. Fast alle Zeichnungen und Malereien befinden sich über der Oberfläche unter freiem Himmel - und nicht versteckt, wie die manchmal mehrfarbigen und ausdrucksstarken Höhlenmalereien. Das klare Licht und die Natur Skandinaviens haben die Figuren fast graphisch vereinfacht und die Malereien farblich auf verschiedene Rottöne beschränkt. Charakteristische Motive sind Menschen, Elche, Hirsche, Geweihe, Boote, Netze, Schlangen, Vögel und Fische. Die Entstehung, der Ursprung der Zeichen und ihre Bedeutung sind vielfach rätselhaft. Die Malereien berichten über das Leben „gewöhnlicher" Menschen an den Ufern finnischer Gewässer, über ihre Gedanken, Glaubensvorstellungen, ihre Wanderungen und ihr Vermögen, in der harten Natur zu bestehen. Es sind keine Kreationen einer protzigen Hochkultur, sondern in ihrer heutigen Form schlichte „Volkslieder". Die nordischen Felsbilder sind echte Umweltkunst für den Wanderer mit offenem Sinn für Erlebnisse und Erfahrungen. Sie sind nicht immer leicht zu finden; wer sie aufsuchen will, hat sichtbare und unsichtbare Grenzen zu überwinden. „Man muss aus der Beschränkung der eigenen Kultur heraustreten in die freie Natur und verhalten lauschen, denn Felsmalereien sind stille Bilder, deren Stimme in Zeiten vor Jahrtausenden zurücktragen", so Prof. Dr. Hannes Saarinen. Pekka Kivikäs hat die Felsmalereien aufgezeichnet, für diejenigen von uns, die neugierig auf die Vergangenheit sind und den Weg nach Finnland noch nicht gefunden haben. 1996 erhielt er für seine Arbeiten den renommierten Tieto-Finlandia-Preis. Heute dienen die historischen Felsmalereien auch als Vorlage für Schmuckstücke und wunderschöne Textildruckserien, die bei der Vernissage ebenfalls an Beispielen zu bewundern waren. (kb)
Prof. Dr. Hannes Saarinen führte in die Ausstellung „Vorhistorische Felsenmalereien in Finnland" ein. Foto: Kirsten Barth
|