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Rauma
Die 18.500 Einwohner zählende und auf
schwedisch Raumo genannte Gemeinde verdankt ihre Entstehung einem günstigen
Naturhafen und bekam schon 1442 die Stadtrechte, damit ist sie die drittälteste
des Landes. Das früheste Baudenkmal, die Dreifaltigkeitskirche (14. Jh.), ist
freilich nur noch in Ruinen zu sehen, weil sie 1640 bei einem Brand zerstört
wurde. Die letzte in einer ganzen Reihe verheerender Feuerbrünste brach 1682
aus, weshalb die Altstadt als eines der besterhaltenen und größten
Holzhausareale Skandinaviens gilt. Diesem Umstand trug 1991 die Unesco Rechnung,
indem sie die etwa 600 Gebäude umfassende Altstadt in ihre Liste des
Weltkulturerbes aufnahm. 
Zwar gibt es auch in der Neustadt einiges
Sehenswerte, etwa den Hafen mit dem Aussichtsturm Kiikartorni, doch sollte sich
eine Stadtbesichtigung auf dieses einzigartige Ensemble konzentrieren. Dazu
steuert man die ausgeschilderten Parkplätze nahe der im 15. Jh. gegründeten
Heilig-Kreuz-Kirche an; eine Statue des Franz von Assisi deutet an, dass es sich
hierbei um ein ehemaliges Gotteshaus des Franziskanerordens handelt. Von hier
aus gelangt man über die Isikirkkokatu in das enge Straßennetz der Altstadt,
deren Gebäude überwiegend aus dem 16. und 17. Jh. stammen. Als am Ende des 19.
Jh. mit der Blütezeit der Segelschifffahrt der Wohlstand ausbrach, wurden die
bis dahin bescheidenen Häuschen vergrößert und die Straßenfassaden neu
verkleidet, dekoriert und mit Portalen ausgestattet.
Dass Alt-Rauma keinen musealen Eindruck
hinterlässt, liegt daran, dass in die historische Bausubstanz inzwischen
Geschäfte aller Art, Boutiquen, Cafés, Galerien und Restaurants eingezogen sind.
Auf dem Rundgang gelangt man zunächst zum Alten Rathaus, dem hervorstechendsten
Gebäude der Altstadt, für dessen Fertigstellung (1776) eigens eine Ziegelfabrik
errichtet werden musste. Früher waren in dem Gebäude der Ratssaal, die
Stadtwache, ein Laden und zwei Gefängniszellen untergebracht, heute beherbergt
es ein Museum, in dem viele Gegenstände u. a. aus der Seefahrt und
Spitzenklöppelkunst ausgestellt sind. Für letztere ist Rauma weithin bekannt,
und noch immer gibt es eine Klöppelspitzen-Werkstatt, die im Sommer regelmäßig
Kunsthandwerk-Demonstrationen veranstaltet, und geschickte Klöpplerinnen treffen
sich alljährlich Ende Juli während der »Spitzenwoche«.
Hinter Markt und Rathaus folgt man der
Kauppakatu nach links und passiert das Marela-Haus, das vielleicht schönste
Beispiel für den Wohlstand, den die Segelschifffahrt mit sich brachte. In dem
Gebäude ist eine originalgetreu eingerichtete Wohnung eines Reeders im Stil der
Jahrhundertwende zu sehen. Wenige Schritte weiter östlich gelangt man zum
Pinnala-Haus, das 1795 fertig gestellt wurde und heute das international
renommierte Kunstmuseum von Rauma beherbergt. Gezeigt werden hier hauptsächlich
Wechselausstellungen mit Gegenwartskunst, die »Rauma Biennale Balticum« ist
Kunstfreunden im ganzen Ostseeraum ein Begriff.
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2002
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