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Savonlinna

Wie Kerimäki oder Lappeenranta gehört auch Savonlinna noch in jene Grenzzone zwischen Ost und West, die in der Vergangenheit immer wieder Schauplatz von Schlachten und Kriegen war. Deutlich wird das an der Geschichte der Burg Olavinlinna, die 1475 von den Schweden als Grenzbollwerk gegründet wurde und von Anfang an ein Hauptangriffsziel der Russen war. Vielen Belagerungen hielt sie stand, bis schließlich 1742 doch der zaristische Doppeladler gehisst wurde. Die Russen modernisierten und erhöhten die Türme und verteidigten Olavinlinna gegen die nun einsetzenden schwedischen Angriffe. Erst als ganz Finnland russisches Großfürstentum geworden war, kehrte Ruhe ein. Die jetzt nutzlos gewordene Festung diente - wie die Burg von Hämeenlinna - eine Zeitlang als Staatsgefängnis und wurde mehrfach durch Brände beschädigt. Die Republik Finnland setzte schließlich erfolgreich Anstrengungen daran, das Baudenkmal zu restaurieren. Das malerisch auf mehreren, durch Brücken miteinander verbundenen Inseln gelegene Städtchen Savonlinna entwickelte sich erst später im Schutz der Burg. Stadtrechte erhielt die Siedlung 1636 von Generalgouverneur Per Brahe. Doch während die Festung allen Angriffen trotzte, wurde der Ort in den russisch-schwedischen Kriegen mehr als einmal dem Erdboden gleichgemacht. Die letzten Zerstörungen brachte die Bombardierung Savonlinnas im Winterkrieg. Der Wideraufbau der heute 29.000 Einwohner zählenden Stadt wurde im modernen Einheitsstil durchgeführt, so dass sich eine Besichtigung auf das Zentrum konzentrieren kann, wo allein noch einige pittoreske Gassen und hübsche Baudenkmäler erhalten sind.

 

Savonlinna Provincial Museum Riihisaari

Die Stadt Savonlinna, auch die Perle im Saimaa genannt, liegt im Herzen des Saimaa-Seengebiets, eines der größten Seengebiete in Europa.

Die Geschichte der Stadt geht auf die Errichtung der Burg Olavinlinna im Jahre 1475 zurück. Die Burg wurde zum Schutz der Ostgrenze des damaligen Schweden-Finnlands gebaut. Finnland war ja zu der Zeit unter der Herrschaft des Schwedischen Reichs. Die Stadtrechte bekam Savonlinna unter dem Generalgouverneur Per Brahe im Jahre 1639. Es wurde mehrere Male in den Kriegen zwischen Russland und Schweden zerstört und im Jahre 1743 kam es unter die Herrschaft des Russischen Zaren. Im Jahre 1812, als Savonlinna ein Teil des autonomen Finnlands wurde, hatte es nur 275 Einwohner.

Nach der Eröffnung des Saimaa-Kanals im Jahre 1850 begann die Stadt zu wachsen. Schon in der Jahrhundertwende war sie ein berühmter Badeort und die alte Festung eine beliebte Touristenattraktion.
Der Wasserweg durch den Saimaa-Kanal zur Ostsee förderte auch den ökonomischen Wachstum, und Savonlinna wuchs zum kulturellen, industriellen und ökonomischen Zentrum der Provinz Ostsavo.

Einwohner und Wohnen
Die Region Savonlinna besteht aus sieben Gemeinden. Außer der Stadt Savonlinna gehören dazu die Gemeinden Enonkoski, Kerimäki, Punkaharju, Rantasalmi, Savonranta und Sulkava.

Die kleinste Gemeinde Savonranta hat nur tausend Einwohner und Savonlinna etwa 28.600. Die gesamte Einwohnerzahl der Region beträgt ca. 51.300. In den letzten zwei Jahren hat die Einwohnerzahl der Stadt sehr schnell abgenommen. Ungefähr 300 Personen sind das letzte Jahr von Savonlinna weggezogen, und da die Geburtenzahl relativ niedrig ist, ist die Anzahl älterer Leute in Savonlinna größer als durchschnittlich in Finnland. Das Problem heute ist, dass die jungen Leute nach Südfinnland umziehen, weil es dort mehr Arbeitsmöglichkeiten gibt. Savonlinna arbeitet hier an Strukturverbesserungen.

Ökonomie und Arbeitsmärkte
Holz hat immer eine wichtige Rolle bei der Industrie von Savonlinna gespielt, und die ersten Sägewerke wurden schon im 19. Jahrhundert gegründet. Das größte holzverarbeitende Unternehmen heute ist UPM-Kymmene AG. Neunzig Prozent von seiner gesamten Produktion wird exportiert. Momentan aber beschäftigt die Metallindustrie, hauptsächlich die Andritz-Ahlstrom AG, sogar mehr Leute als die holzverarbeitende Industrie. Enso Gutzeit AG gründete im Jahre 1911 ein Schiffswerft in Savonlinna und im Jahre 1917 eine Maschinenfabrik. Die Schiffswerft Laitaatsillan telakka ist immer noch das Zentrum für Holztransport.

Dienstleistungen und Kultur
Savonlinna ist auch eine alte Schulstadt und das Ausbildungszentrum der Region. In der Stadt gibt es mehrere Grund- und Berufsfachschulen.
 

Das Institut für Interkulturelle Kommunikation und die Lehrerausbildungsanstalt der Universität Joensuu tragen die Verantwortung für die Hochschulausbildung. Die Savonlinnaer Abteilung der Fachhochschule Mikkeli bietet Studien in den Fächern Tourismus und Gesundheits- und Krankenpflege.
Die Savonlinna Opernfestspiele haben der Stadt einen Ruf als ein internationales Kulturzentrum verliehen. Die gefeierte Starperson der Pariser Großen Oper, die finnische Sängerin Aino Ackté, veranstaltete schon im Jahre 1911 die ersten Freiluft-Opernfestspiele in der Burg Olavinlinna und erneut in den Jahren 1912, 1914, 1916 und 1930. Die Tradition wurde durch die Kriegsjahre unterbrochen, aber im Jahre 1967 von dem berühmten Opernsänger Martti Talvela neu aufgeweckt. Seitdem finden die Opernfestspiele jährlich im Juli statt. Neben den Opern werden während der Saison in der Burg viele Konzerte veranstaltet. Außerdem gibt es während den Sommermonaten in der Stadt erstklassige Musik- und Opernkurse und zahlreiche Kunst- und Kunsthandwerkausstellungen.
 

Savonlinna Opernfestspiele

Finnlands bekannteste Kulturveranstaltung sind die Savonlinna Opernfestspiele.
Als Hauptveranstaltungsort dient bei den alljährlich im Juli stattfindenden Opern aufführungen die Burg Olavinlinna.
 

 

Wir hatten das Vergnügen am 27.07.2002 eine ausgezeichnete Aufführung bei ausverkauftem Haus mitzuerleben. Hier die Angaben, wie ich sie auf der Homepage http://www.operafestival.fi/ gefunden habe:
 

Sat Verdi: Rigoletto Olavinlinna Castle at 20.00

Rigoletto

 



Giuseppe Verdi (1813-1901)

First perfomance in Venice on March 11, 1851.

5.7. (premiere ), 8.7., 11.7., 19.7., 24.7., 27.7.2002

Conductor: Alberto Hold-Garrido
Stage director: Ralf Långbacka
Stage design and costumes: Lennart Mörk
Lighting designer: Kimmo Ruskela
Chorus master: Kyösti Haatanen

Cast

Duke of Mantua: Jae-Chul Bae
Rigoletto: Raimo Laukka 5.7., 8.7., 11.7., 19.7., 24.7., 27.7.
Dmitri Hvorostovski CANCELLED
Gilda: Ekaterina Siourina 5.7., 24.7., 27.7.
Anna-Maria Jurvelin 8.7., 11.7., 19.7.
Giovanna: Taru Valjakka
Sparafucile: Jyrki Korhonen 5.7., 11.7., 19.7.
Gleb Nikolsky 8.7., 24.7., 27.7.
Maddalena: Elina Garanca
Count Monterone: Esa Ruuttunen
Count Ceprano: Jukka Romu
Countess Ceprano: Raija Regnell
Marullo: Peter Nordman 5.7., 8.7.
Tommi Hakala 11.7., 19.7., 24.7., 27.7.
Borsa: Juha Riihimäki
Court usher: Olli Tuunanen
Page: Tiina Vahevaara



Rigoletto will be sung in Italian.
The performance begins at 20.00:

I ACT 60 min
INTERMISSION 30 min
II ACT 35 min
INTERMISSION 20 min
III ACT 35 min

The opera Rigoletto reveals Verdi as a supreme master of characterisation. The hunchback court jester, his devoted love for his daughter Gilda, who is seduced by the unscrupulous Duke, the settings for the action, ranging from the ducal palace to a seedy tavern in which Rigoletto's terrible revenge is finally revealed, are all taken by Verdi as ingredients for his heart-rending story. This opera contains possibly one of the best-known arias in the world about woman's inconstancy, "La donna è mobile".

Rigoletto has been performed at the Savonlinna Opera Festival, in a co-production by the Grand Theatre from Lodz and the Opera Festival, in 1972. This production was premiered at the Savonlinna Opera Festival in 2001.



Synopsis

The Duke of Mantua is holding a magnificent ball. The wives and daughters of his courtiers are paying him their flattering attentions. The hunchback court jester, Rigoletto, is mocking and jeering at the others; he has a vicious tongue and he is not popular at court.

The courtiers, unable to attack the Duke, vent their fury on Rigoletto instead. They rob him of his "mistress" and carry her off to the Duke's palace, little suspecting that the Duke and Gilda are in fact enamoured with each other. Rigoletto tells the courtiers that Gilda is not his mistress but his daughter, and that she means everything to him.

Gilda is the Duke's new victim and Rigoletto swears revenge. He hires an assassin, Sparafucile, whose sister Maddalena is to entice the Duke to her house, where Sparafucile will kill him. Outside the house Rigoletto begs Gilda to listen to the Duke paying suit to Maddalena in the hope that this will cure her of her infatuation.

Maddalena is very taken with her handsome visitor and tries to persuade her brother to abandon his plan, but Sparafucile has already received part of his fee from Rigoletto and does not want to let him down. He nevertheless promises his sister that if anyone else should knock on the door and seek admission that evening, he will kill him instead of the Duke and hand the body over to Rigoletto.

Gilda's love for the Duke remains unshaken, she seeks admission to the house and is stabbed to death by Sparafucile. Rigoletto, gleefully dragging the sack containing the body, hears the Duke's voice and on opening the sack finds it contains his beloved daughter.

 


Auch im Winterzeit ist das Kulturleben rege. Dafür sorgen das Stadttheater, mehrere Orchester und die Kunst- und Kulturvereine.

Die mustergültig restaurierte Wasserfestung Olavinlinna an der Nahtstelle zweier Seen zieht die Finnlandreisenden in Scharen an. Das im 15. Jh. erbaute einstige Bollwerk gegen die Russen ist die schönste und besterhaltene mittelalterliche Burg ganz Skandinaviens. Sie ist nur über eine zur Seite schwenkbare Fußgängerbrücke zu betreten und bietet alles, was man sich von einer Burg erwartet: Wälle, Schießscharten, einen Rittersaal, ein furchterregendes Verlies und drei mächtige Rundtürme. Die bullaugenartigen Fenster im oberen Teil gewähren einen schönen Blick auf die friedliche Wald- und Seenidylle. Hölzerne Wehrgänge verbinden die steinernen Riesen. Zwischen Juli und August verwandelt sich der große Burghof in eine Freilichtbühne, auf der die international renommierten Opernfestspiele stattfinden. Nahe dem Hafen liegt der Marktplatz, auf dem es von Rentierfellen bis zu Erdbeeren alles gibt. Lecker sind die mit Apfelmus gefüllten Pasteten namens "Lörtsy", eine Spezialität der Stadt.

22 km östlich von Savonlinna liegt Kerimäki, wo weithin sichtbar auf einem Hügel die größte Holzkirche der Welt steht. Das 1847 nach nur drei Jahren Bauzeit fertig gestellte, gelb-weiße Gotteshaus ist 45 m lang, 42 m breit, 28 m hoch und bietet 3300 Sitzplätze. Der ebenfalls hölzerne Turm ruht auf einem steinernen Unterbau und steht etwa 50 m vor der Kirche. Das Äußere der Anlage ist beeindruckender als der sehr schlichte, fast ausschließlich in Grautönen gehaltene Innenraum, in dem wohl wirklich alle Gläubigen der weiteren Umgebung Platz finden. Die Fremdenführerinnen versichern, dass die Dorfbewohner die Ausmaße bewusst geplant haben. Die Erklärung, ein in den USA reich gewordener Kerimäker hätte Geld und Baupläne zur Verfügung gestellt und die Leute von Kerimäki hätten die in Fuß angegebenen Maße in (dreimal so langen) Metern ausgeführt, wird als Legende zurückgewiesen.

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