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Turku

Der Dom

Turku ist nach Helsinki wohl die bedeutendste Stadt Finnlands, obwohl es mit ca. 166.000 Einwohnern nur die viertgrößte Stadt ist. Durch Turku geht der Fluss Aurajoki., an dessen Mündung auch der Hafen und das Schloss liegen. Die Geschichte des Schlosses von Turku beginnt um das Jahr 1280. Aus dem befestigten Lager des königlichen Statthalters und seinen Soldaten entstand im Laufe der Jahrhunderte eine massive Feldsteinburg (Manchmal wird das Schloss auch Burg genannt). Im Jahr 1556 wurden die Festsäle gebaut. Bei Bombenangriffen 1941 wurde das Schloss schwer beschädigt, jedoch wurde es bis 1961 restauriert. Heute ist das Schloss eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten. 1229 ließ Papst Gregor IX. den Bischofssitz an den Aurajoki legen. Im Jahr 1300 wurde die Kirche zum Dom geweiht und im Mittelalter durch Anbau ausgeweitet. Dieser Dom ist das wichtigste Gotteshaus der evangelischen Kirche Finnlands und das wertvollste baugeschichtliche Denkmal des Landes.
 

Das Schloß von Turku

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wiege der finnischen Kultur

Turku / Åbo

(170.000 E.) 1525 verlieh Gustav Vasa Turku die Stadtrechte. Damit ist Turku Finnlands älteste Stadt.
Ihre Geschichte aber begann schon 1229, als Papst Gregor IX. hierher den Bischofssitz verlegte. Hatte doch schon 1155 beim ersten Kreuzzug nach Finnland Bischof Henrik in der Nähe die ersten Finnen getauft.

Bis 1812 war Turku Hauptstadt des Landes und Sitz der ersten Universität, der schwedischen Åbo Akademi. Die finnische Universität wurde hier 1640 gegründet, aber 1828 nach Helsinki verlegt. Großer Hafen und Werften.

Burg (Turun linna). 1280 begann der Bau der massiven Festung am Hafen. Das Gebäude wurde mehrfach verwüstet und Bränden ausgesetzt, und doch sind noch Überreste aus Mittelalter und 16. Jh. erhalten. 13 Könige haben hier residiert.

In der Festung sind das Historische Museum Turku, eine Kirche und ein prachtvoller Bankettsaal untergebracht.

Der Dom von Turku mit Dommuseum ist Finnlands Nationalheiligtum. Er wurde in den Jahren zwischen 1229 und 1300 erbaut. Im Innern zahlreiche Grabmäler von für Finnlands Geschichte bedeutenden Männern. Vom mittelalterlichen Turku ist im Bereich des Doms nicht mehr viel zu sehen.

Entlang des Flüsschens Aurajoki sind malerische Gebäude aus dem 19. Jh. zu sehen, ein schöner Spaziergang. Großer, lebhafter Markt. Hundertjährige Markthalle, geschmackvolle Architektur und erlesene Spezialitäten wie z.B. Rosinenwurst und Schärenbrot.

Hansa-Zentrum, ein Stadtteil mit Geschäften, Gaststätten, dem Kaufhaus Stockmann und dem Schwedischen Theater Turku. Schöne Gebäude im neoklassizistischen Stil am Alten Markt. An Heiligabend wird hier traditionell um 12 Uhr der Weihnachtsfrieden vom Balkon des Brinkalahauses verkündet. Auferstehungskapelle (Erik Bryggman, 1941).

Handwerksmuseum Luostarinmäki. Ein ganzer Stadtteil mit Handwerker- und Arbeiterhäusern aus dem 18. Jh. Hier auf dem Klosterhügel, außerhalb der Stadt, konnte das Viertel den großen Brand von 1827 überstehen.

Museum Aboa Vetus, ein archäologisch-historisches Museum von 1995, 7 m unterhalb der heutigen Erdoberfläche. Es dokumentiert das Leben der Menschen in der Region seit dem 14. Jh. und somit die Geschichte Turkus und ganz Finnlands. Ausgrabungsfunde.

Ars Nova, Museum für Gegenwartskunst, befindet sich im angrenzenden Rettigskapalast.

Aquarium Atlantis, 1995 an der Festung eröffnet mit Tunnel durch eine Unterwasserwelt auf zwei Etagen.

Weitere interessante Museen:

Apothekermuseum im ältesten Haus der Stadt. Museum Ett Hem, Bürgerhaus mit Kunstwerken und Möbeln. Sibeliusmuseum über Jean Sibelius, den bekanntesten finnischen Komponisten. Wäinö Aaltonen Kunstmuseum. Matti Koivorintas Kunstmuseum. Biologisches Museum. Museumsschiff Sigyn af Wårdö, ein 500-Tonnen-Schoner, erbaut 1887 in Göteborg. Segelschiff Suomen Joutsen (Finnischer Schwan) und Museumsschiff Sigyn.

Musikfestspiele im August. Ruissalo, Insel mit Eichenwäldern, schönen Stränden und Hunderten von eleganten Holzhäusern aus der Jahrhundertwende. Botanischer Garten. Kunstmuseum Villa Roma.

  • Turku (Åbo) City Tourist Office
    Aurakatu 4
    FIN-20100 Turku
    Tel. 00358-2-262 7501
    Fax 00358-2-233 6488
    www.turkutouring.fi
     

In Finnland wurde die Wachablösung von der alten zur neuen Hauptstadt erst 1812 vollzogen, und dies nicht durch eine natürliche historische Entwicklung, sondern durch politischen Druck von außen. Der Zar sah es eben lieber, daß sein neues Großfürstentum von Helsinki aus verwaltet wurde, das näher bei St. Petersburg lag, als von dem zwar größeren, aber zu sehr im Westen verwurzelten Turku/Åbo, das zudem einen verdächtig großen schwedischsprachigen Bevölkerungsanteil besaß. Heute liegt die einst bei weitem größte Stadt des Landes mit 165.000 Einwohnern in der Bevölkerungsstatistik (1997) nach Helsinki, Espoo, Tampere und Vantaa auf dem fünften Platz. Und immer noch stellt der große Fähr- und Industriehafen samt Werftbetrieben ein wichtiges Standbein der hiesigen Wirtschaft dar, trotz der Rezession der vergangenen Jahre (trauriger Höhepunkt war 1995 mit einer Arbeitslosenrate von 21,3 %!). Daß Turku aber mit Optimismus in die Zukunft schaut und sich Besuchern außerdem als ausgesprochen junge Stadt präsentiert, liegt an ihren - einschließlich der Handelshochschule - drei anerkannten Universitäten, die mit den hier ansässigen Unternehmen in Technologiezentren aufs engste zusammenarbeiten. Wohin die Reise gehen soll, machen schon die Namen der neuen Wissenschaftskomplexe deutlich: »BioCity«, »DataCity« und »ElektroCity«.

 

Stadtbesichtigung

Die meisten ausländischen Besucher erreichen Turku von seiner schönsten Seite aus, nämlich an Bord einer Ostseefähre aus Schweden bzw. von den Åland-Inseln kommend. Schon viele Seemeilen vor der Stadt werden die riesigen Schiffe in der geradezu atemberaubenden Schärenlandschaft wegen der vielen natürlichen Hindernisse zu einer Zick-Zack-Linie gezwungen.

 

Burg

Die Burg von Turku (Turun linna) ist die älteste mittelalterliche Burg des Landes und außerdem als wichtigster schwedischer Brückenkopf in Südfinnland eng mit der Geschichte beider Länder verknüpft. 1280 errichtete man auf einer Schäre in der Flussmündung des Aurajoki ein Lagerkastell, von dem aus die Hafeneinfahrt vorzüglich zu kontrollieren war. Im Laufe der Zeit wurde die Anlage immer wieder erweitert und modernisiert, genauso oft allerdings auch von Feinden und Bränden verwüstet. Heute beherbergt die Festung das Historische Museum, das außer den Räumlichkeiten - u. a. Kirche, Bankettsaal, Verließe usw. - Exponate der Frühgeschichte sowie mittelalterliche und neuzeitliche Möbel, Textilien, Glaswaren, Münzen, Waffen, Feuerwehrutensilien und Spielzeug zeigt. Außerdem finden in der Burg regelmäßig Wechselausstellungen und Konzerte statt. Besuchern steht neben einem Café auch ein Souvenirshop zur Verfügung, in dem man u. a. ein Märchen des finnland-schwedischen Dichters Zacharias Topelius (1818-98) auch in einer deutschen Ausgabe (»Das Wichtelmännchen im Åboer Schloss«) kaufen kann - der ideale Begleiter einer Burgbesichtigung mit Kindern.

 

Marktplatz

Auf dem großen und lebhaften Marktplatz schlägt das volkstümliche Herz der Stadt. Vor allem im Sommer, wenn das bunte Treiben bis weit in den Nachmittag hinein andauert, drängen sich Einheimische und Touristen zwischen den Marktständen, auf denen Obst und Gemüse, Beeren, Rosinenwurst und Schärenbrot, Blumen und Pilze, aber auch Schuhe, Bücher, Secondhand-Textilien und Alltagsgegenstände feilgeboten werden. Nicht selten spielt auch eine Band Volks- oder Rockmusik und animiert zu einem Tänzchen unter freiem Himmel.

 

Domkirche

Über die Dombrücke gelangt man auf die andere Seite des Aurajoki, wo sich unübersehbar das Wahrzeichen der Stadt und Finnlands Nationalheiligtum erhebt, die Domkirche. Die Kathedrale, Sitz des finnischen Erzbischofs der lutherischen Kirche, wurde zwischen 1229 und 1300 erbaut, doch befand sich hier bereits eine Holzkirche, als im 12. Jh. der schwedische Bischof Henrik die Christianisierung des Landes vorantrieb. Das Innere ist wegen der hohen Gewölbe und einiger Kapellen, Kalkmalereien, Glasmalereien und Grabmäler interessant. In einem schwarzen Marmorsarkophag werden die sterblichen Überreste von Karin Månsdotter (Kaarina Maununtytär) aufbewahrt, der einzigen aus Finnland stammenden Königin. In anderen Kapellen sieht man die Grabstätten von Bischöfen und Akteuren des Dreißigjährigen Krieges, insbesondere der Marschälle Åke Tott und Evert Horn, des schottischen Oberst Samuel Cockburn und von Torsten Stålhandske, Oberbefehlshaber der berüchtigten Hakkapeliten (von finn.: hakka päälle = hau' drauf!) und einer der grausamsten Soldaten des Krieges. Im 19. Jh. fertigte der russischstämmige Künstler Vladimir Swertschkoff Glasmalereien an, die u. a. diese Kriegshelden zum Thema haben. Von der Südgalerie des Domes gelangt man ins Dommuseum, in dem sich viele Gegenstände aus den verschiedenen Phasen der Kirchengeschichte befinden, darunter mittelalterliche Holzstatuen, Messgewänder und rituelle Gegenstände. Nach der Innenbesichtigung sollte man auch außen um das 88 m lange Bauwerk herumgehen, wo ein Denkmal den Reformator Mikael Olavi Agricola (1508-57) zeigt. Seine Übersetzung des Neuen Testaments war 1548 das erste in finnischer Sprache gedruckte Buch. Der Luther-Schüler machte zwar den Turkuer Dom zum Schauplatz der finnischen Reformation, ist allerdings nicht hier, sondern im heute russischen Wyborg beigesetzt.

 

Aboa Vetus & Ars Nova

An der Nunnankatu liegen zwei Einrichtungen der besonderen Art: Aboa Vetus & Ars Nova. Im 1995 eingerichteten Aboa Vetus geht es bis zu 7 m in den Turkuer Untergrund hinab, wo Archäologen mittelalterliche Gassen und Kellerräume freigelegt haben. Diese fungieren nun als Ausstellungsräume einer archäologisch-historischen Sammlung, die einen spannenden Einblick in das mittelalterliche Stadtleben ermöglicht. Oberirdisch setzt im angrenzenden Rettigskapalast das Museum für Gegenwartskunst, Ars Nova, einen modernen Kontrapunkt. Beide Museen verfügen über eine vorzügliche multimediale Ausrüstung, die es den Besuchern leicht macht, sich selbständig zu informieren. Auch und gerade Kinder werden ihren Spaß haben, wenn sie auf einem »Abenteuerrundgang« unter Anleitung eines Archäologen spielerisch in Aboa Vetus herumgeführt werden und auf Schatzsuche gehen können. Der gut bestückte Museumsladen und das angenehme Café - im Sommer mit Terrasse im Innenhof - komplettieren das Angebot.

 

Handwerksmuseum Luostarinmäki

Eines der meistfrequentierten Ausflugsziele von Turku ist das Handwerksmuseum Luostarinmäki. Dabei handelt es sich um einen ganzen Stadtteil mit Handwerker- und Arbeiterhäusern aus dem 18. Jh., der als einziger den großen Brand von 1827 unbeschadet überstand. Im 20. Jh. verfielen die hutzeligen Holzhäuschen immer mehr und standen schließlich fast alle leer - kein Wunder, denn was Besuchern heute pittoresk oder idyllisch erscheint, bedeutete in der Realität ein primitives und beengtes Leben. In Turku erkannte man jedoch den kulturhistorischen Wert dieses Quartiers und setzte es liebevoll instand. Und bereits 1940 waren die meisten Kleinstbetriebe - Blechschmiede, Webereien, Optiker, Perückenmacher und Tabakmanufaktur - wieder originalgetreu eingerichtet. Dass es im alten Handwerkerdorf recht lebendig zugeht, liegt daran, dass in den Sommermonaten zahlreiche Meister und Gesellen Demonstrationen ihres Könnens geben und im Viertel wie früher geklöppelt, gesponnen, getöpfert und sonst wie gewerkelt wird - besonders während der Ende August stattfindenden Handwerkswoche. Anschaulicher als jedes Geschichtsbuch erzählt das Museum vom alten Turku, auch von den politischen Umständen der damaligen Zeit. In der Druckerei beispielsweise kann man sich in einer Ausgabe der »Göteborger Handels- und Seefahrtszeitung« vom 24. Januar 1905 die von den Russen mit schwarzen Balken zensierten Seiten anschauen. Unfreiwillig komisch: Die des Schwedischen unkundigen Beamten machten die harmlosesten Nachrichten unleserlich, während die durchaus kritische Berichterstattung über den russisch-japanischen Krieg ihrem scharfen Auge entging.

 

 

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