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Virrat: Wo sich viele Ströme treffenDr. Susanna Schubert Zu diesen Schwierigkeiten gehören Bevölkerungsabwanderung, hohe Arbeitslosigkeit und dadurch verursachte ständige Kürzungszwänge von Seiten der Stadt, des größten Arbeitgebers. Doch man versucht, den ungünstigen Faktoren entgegenzuwirken und Anreize für junge Leute und Familien zu schaffen. Dabei kann Virrat auf etwas zurückgreifen, das es vielerorts nicht im selben Maße und der Qualität gibt: die Natur und kulturelle Sehenswürdigkeiten. Rund um Virrat gibt es zahlreiche Stellen, die einen Besuch wert sind. Für kulturell Interessierte bietet sich unter anderem das "Traditionsdorf" mit seinen alten Gebäuden, dem Martti-Kitunen-Museum, einem Forstmuseum sowie dem Lehrpfad über alte Wildfangmethoden an. Nebenbei kann man dort hervorragend finnisch essen und am Kanal mit Schleuse die Schiffe beobachten, die von Tampere bis nach Killinkoski verkehren. Die Schiffsfahrt von Virrat nach Tampere dauert beinahe den ganzen Tag und bietet ungewöhnliche Aussichten auf die Insel- und Seenwelt. Auf der Rückfahrt sollte ein Besuch im Atelierwohnhaus des Künstlers Akseli Gallén-Kallela nicht fehlen. Neben dem Wohnhaus, das bereits für sich sehenswert ist, sind dort auch Werke des Künstlers der Nationalromantik ausgestellt. Entlang der Strecke Orivesi-Virrat liegen auch zahlreiche Naturschönheiten, die einen Besuch lohnen: der Nationalpark Helvetinjärvi mit tiefen Schluchten, kleinen Waldseen und einsamen Wäldern , das Moorgebiet Siikaneva mit seinen Wanderwegen und befestigten Holzpfaden und nicht zuletzt die drei aneinander gereihten Schluchtenseen von Toriseva. Natur aktiv erleben Wer es gern sportlich mag, kann sich paddelnd entlang der "Dichterlinie" fortbewegen oder mit dem Pirkan Taival einen Wanderweg von rund 200 Kilometer Länge, der von Ähtäri aus südwärts führt, kennen lernen. Allerdings sei hier im Sommer vor Bären gewarnt! Erkundigen Sie sich vorab vor Ort, welche Streckenabschnitte Sie besser meiden sollten. Helvetinjärvi mit der Erdspalte Helvetinkolu ist nicht der einzige Nationalpark in der Nähe: Zwischen Kuru und Virrat liegt nämlich der Nationalpark Seitseminen, der die Nadelwaldflora und -fauna an der Wasserscheide Suomenselkä repräsentiert. Rund 20 Kilometer nördlich von Virrat befindet sich Killinkoski, ein kleiner Ort, der um die Jahrhundertwende jedoch wirtschaftlich bedeutend war. Von dieser Zeit zeugen heute nicht mehr genutzte Gebäude der "Gummibandfabrik" Inka Oy, die vom Dorfverein liebevoll hergerichtet wurden und in denen sich heute eine Reihe von Ausstellungen sowie mehrere Künstlerateliers befinden. Östlich von Virrat kann man der Seenfinnlandstraße 23 in Richtung Jyväskylä folgen. Kotala, etwa 15 Kilometer von Virrat entfernt, ist die Heimat des bekannten Bärenjägers Martti Kitunen und hat auch heute noch für Jäger anderer Art, nämlich Angler, mit seinen Stromschnellen etwas zu bieten. Auf halber Strecke nach Jyväskylä befindet sich in Petäjävesi eine Stätte des UNESCO-Weltkulturerbes, die alte Kirche. Sie liegt direkt an der Straße und sollte nicht ausgelassen werden. Doch bevor Sie sich wieder auf die Weiterreise machen, versäumen Sie nicht die "offizielle" Einläutung des Johannisfestes: Virrat hat sich nämlich zur "offiziellen" Johannisstadt Finnlands erklärt. Dazu gehört die Überreichung einer von Kriegsveteranen gefertigten Saunavihta an die Staatspräsidentin, die offizielle Eröffnung von Johannis und ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm mit Ereignissen, die über den gesamten Sommer verteilt sind.
Quelle: http://www.deutsch-finnische-gesellschaft.de/
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